| Eine seltsame Burg |
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Eine schaurige Geschichte, geträumt und aufgeschrieben von Steffen Piezynski Gegen Ende des Schuljahres machte die Klasse 4b eine mehrtägige Klassenfahrt. Sie übernachtete auf der Burg Drachenstein. Der Burgherr öffnete das Burgtor und begrüßte die Kinder freundlich: "Herzlich willkommen. Fühlt euch wie zu Hause. Aber passt auf! Auf dieser Burg geschehen oft seltsame Dinge." Die Kinder konnten sich
aussuchen, mit wem sie zusammen in einem Zimmer übernachten wollten.
Die meisten wollten im Königsaal schlafen. Ina bekam mit ihren
Freundinnen Julia, Anna und Sarah das Turmzimmer. Frank, Daniel und Jan
schliefen im Rittersaal, wo es schon sehr dunkel und gespenstisch war. Die Schwerter, die an den Wänden hingen, blitzten unheimlich. Jan erschrak, als er sich ins Bett gelegt hatte, sein Bett fiel einfach so zusammen, als ob es noch nicht einmal eine Fliege tragen könnte. Frank sah sich die blitzenden Schwerter noch einmal genauer an. In der Dunkelheit sah es so aus, als hätten sie sich bewegt. Er weckte Daniel, der schon längst eingeschlafen war und fragte, ob er das nun wirklich sieht, dass die Schwerter sicht bewegten. Doch Daniel sagte nur: "Ach, lass mich doch mal in Ruhe schlafen!" Als er wieder eingeschlafen
war, schwebten die blitzenden Schwerter schon genau über ihm, als ob
hier die Folterkammer wäre. Jan, der sich jetzt einen Platz am Boden
ausgesucht hatte, war am Kopf, den Füßen und auch an den Händen mit
Ketten, an denen Stahlkugeln dran waren, verknotet. Jetzt sagte eine
Stimme: "Heute gibt es Hackfleisch zum Nachtessen." Und die
Schwerter fingen an auf Daniel rum zu hacken, nur sie trafen nicht. Bei den Mädchen rauschte ein Geist herum und Julia wäre fast vom Turm gefallen. Fledermäuse schwirrten durch den Raum. Bei Frank, Daniel und Jan bewegte sich jetzt auch eine Ritterrüstung, die einen Morgenstern in der Hand hielt und damit rumfuchtelte. Um Haaresbreite hätte er Frank getroffen. Der spürte aber den Luftzug, stand auf und schrie: "Jetzt geht es mir zu weit!" Als er sah, was mit Daniel und Jan geschah, wollte er sie natürlich retten, aber das brauchte er nicht. Als er nämlich das Licht anmachte, war der Spuk vorüber. Auch die Aufregung war ganz umsonst, er hatte nämlich alles nur geträumt. |
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