Aus dem Ahlener Tageblatt vom 10.07.04

Heranwachsende aus Jelsk zu Gast

Kinder überwinden Sprachbarriere spielend

 Ahlen (mb).  Die Fotos, die die Kinder in idyllischer Landschaft zeigen, täuschen: Auch 18 Jahre nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl ist Weißrussland noch radioaktiv versucht. 36 Kinder und Jugendliche aus Jelsk trafen gestern in Ahlen ein, um sich hier bis zum 19. Juli ein wenig zu erholen.

 "Ihr Immunsystem ist geschwächt, so dass ein Urlaub vonnöten ist", so Reinhard Böhm, Leiter der Freiligrathschule, die sich um 18 Kinder kümmert. Sie werden in Familien der Drittklässler untergebracht. Die übrigen 18 Kinder sind älter und werden von der Evangelischen Kirchengemeinde mit Pfarrer Heinz Aden an der Spitze betreut.

 Gestern Morgen trafen die Heranwachsenden an der Freiligrathschule ein, wo sie von ihren Gastgebern begrüßt wurden. Die hatten ein Willkommens-Plakat gebastelt, und ein Mädchen trug ein Gedicht in russischer Sprache vor.

 Die Klasse 3a hatte sich gemeinsam mit Klassenlehrerin Gabi Stöver intensiv auf den Besuch vorbereitet. So waren im Vorfeld Briefe geschrieben und von einer aus Russland stammenden Familie ins Deutsche übersetzt worden. Außerdem wurde den Kindern durch ein Theaterstück näher gebracht, dass ihre Altersgenossen aus Jelsk in einer atomar verseuchten Region leben und ihre Gesundheit deshalb in Gefahr ist.

 Die Freiligrathschule finanziert deshalb auch einen fünftägigen Aufenthalt im Schullandheim Winterberg. Wie Reinhard Böhm erläuterte, sind zum vierten Mal Kinder aus Weißrussland zu Gast. Gestern standen Kennlernspiele auf dem Programm, bei denen sich wieder einmal zeigte, dass Kinder Sprachbarrieren spielend überwenden.

Freundlich begrüßt wurden die 36 Heranwachsenden aus Jelsk und ihre Betreuer gestern Morgen auf dem Schulhof der Freiligrathschule. Bis zum 19. Juli sollen sie sich in Ahlen und Winterberg erholen.    Bild: Blum