Erinnerungen an unser Weihnachtsmärchen

(jn).  Am 21.12.2009 erzählte Maria-Christine Kramer uns das Märchen von „Ivan und die Harfe“. Sie hatte ihre eigenen Harfe dazu mitgebracht und zog uns alle mit den tollen Klängen in den Bann. Wir versuchten zu Hause, die faszinierende Geschichte nachzuerzählen und berichten von unseren Eindrücken:

Ich erzähle, dass es einmal ein König, ein Prinz und zwei Prinzessinnen waren. Eines Tages schrieen die 42 Wärterinnen und liefen durch den Garten. Der König fragte: „Was ist los“ und bekam zur Antwort, dass die zwei Töchter weggeflogen sind. Der König war geschockt und sagte: „42 Wärterinnen müssen nur auf 2 Prinzessinnen aufpassen und jetzt sind sie weg.“ Der König aß nicht und schlief nicht. Dann ging der Prinz zu seinem Vater und sagte: „Ich habe die Prinzessinnen wieder geholt. Wir gingen durch viele Abenteuer. Dann fand ich sie und ich heiratete auch!“

Ich fand die Geschichte schön. Mich faszinierten die Klänge der Harfe. Ich fand schön, dass man sich alle Figuren im Kopf ausdenken konnte. Die Harfe hat 37 Saiten und sah wunderschön aus.

Frau Kramer hat die Stimmen richtig gut gesprochen. Das Klopfen auf der Harfe war auch toll. Es war einfach wunderschön.

Ein Interview mit der Musikerin

Auch ein Theaterstück kann Anlass sein, sich Briefe zu schreiben. So schrieben wir Frau Kramer viele Fragen, die sie uns mit elektronische Post also per E-Mail beantwortete. Hier das daraus entstandene gesamte Interview:

1.) Wie viele Saiten hat so ein Instrument?

Meine Harfe (Volksharfe) hat 37 Saiten. Es gibt aber auch die großen Konzertharfen, die bis zu 51 Saiten haben oder ganz kleine Harfen (keltische Harfen), die nur 22 Saiten haben. Das kann also sehr unterschiedlich sein.

2.) Wie viel wiegt eine Harfe?

Die kleinste Harfe, die ich gesehen habe wiegt 5 kg. Meine eigene Harfe wird etwa 25 kg wiegen und für die großen Konzertharfen braucht man schon ein kleines Rollwägelchen, um sie zu transportieren.

3.) Wie alt ist die Harfe?

Ich kann nicht genau sagen, wie alt meine Harfe ist, da ich sie vor ungefähr 6 Jahren gebraucht gekauft habe. Aber sehr alt ist sie sicher nicht. Ich schätze etwas, dass man sie von etwa 15 Jahren gebaut hat.

4.) Wo kann man Harfen kaufen?

Ja, das ist gar nicht so einfach. Die normalen Musikgeschäfte habe fast nie solch ein Instrument einfach herumstehen. Aber es gibt ein paar Harfenbauer in Deutschland. z.B. in Traunstein – einem kleinen Ort in Süddeutschland (von dort kommt meine Harfe) oder in Hamburg etc.

5.) Ist die Harfe aus echtem Gold oder echtem Silber?

Harfen werden aus verschiedensten Holzsorten gebaut. Das, was oben auf der linken Seite golden schimmert ist eine Messingplatte, an der die Saiten festgemacht sind.

6.) Was ist an Deiner Harfe so besonders?

Nun, von außen betrachtet ist meine Harfe gar nichts Besonderes. Sie ist eine unter Hunderten der gleichen Baureihe. Für mich ist sie besonders, weil ich so viel Zeit mit ihr verbracht habe und ich ihren ganz eigenen Klang liebe. Aber das geht vielen Musikern so. Es ist egal, was für ein Instrument man spielt – oder wie es aussieht. Für andere ist es vielleicht ein Instrument wie viele andere – aber für einen selbst ist es kostbar geworden und man möchte es nicht einfach eintauschen. Es gibt nicht wenige Musiker/innen, die ihrem Instrument sogar einen Namen gegeben haben. Meine Harfe heißt „Aurora, die Morgenröte“. Ich habe sie bekommen zu einer Zeit in der es mir gar nicht gut ging und ich oft sehr erschöpft und traurig war. Da war es für mich, als würde wieder Sonne in mein Leben kommen und die Klänge haben mir Trost und Kraft gebracht.

7.) Gibt es auch bunte Harfen?

Bunte habe ich noch nicht gesehen, aber es gibt auf jeden Fall welche, die richtig stahlblau sind oder quitschegelb.

8.) Ist Dein Beruf schwer?

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9.) Magst Du Deinen Beruf?

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10.) Welche Berufsmöglichkeiten gibt es überhaupt?

Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn ich übe eigentlich mehrere Berufe aus: Den größten Teil meiner Zeit unterrichte ich Kinder und Erwachsene bei mir zuhause. Ich lehre das Spielen von verschiedenen Arten von Flöten, Gitarre und Harfe. Das macht mir sehr viel Freude und es fällt mir leicht. Meine Vorstellungen mit „Märchen und Harfe“ sind für mich selbst etwas sehr Besonderes, aber es bedeutet auch viel Arbeit in der Vorbereitung und Kraft und Konzentration. Aber es ist auch wunderschön vorzulesen und zu spielen – also bin ich auch oft sehr glücklich, wenn ich nach einer Vorstellung nach Hause fahre. Wenn ich das nicht mögen würde, so würde ich es einfach nicht mehr tun. Als dritten Beruf halte ich Yogakurse für Kinder und auch Erwachsene. Das ist auch etwas, das ich sehr liebe. Ich habe das Glück Berufe zu haben, die sich mit den schönen Dingen im Leben beschäftigen. Das ist mir wichtig.

11.) Wie sieht Deine Arbeit überhaupt aus?

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12.) Hast Du Dir die Geschichten selbst ausgedacht?

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13.) Wo hast Du das Märchenbuch her?

Ich schreibe jetzt nur von meiner Arbeit mit meinen Märchen: Bis jetzt habe ich mir noch keine Geschichte selbst ausgedacht. Aber ich schreibe sie mir so um (man nennt das „ bearbeiten“), dass ich sie gut vorlesen kann und sie spannend wird. Manchmal ändere ich auf manche Stellen, streiche etwas heraus oder schreibe sogar den Schluss einer alten Geschichte völlig um, wenn Sie mir so nicht gefällt.

Früher haben sich die Leute die Geschichten von Mund zu Mund weitererzählt. Das heißt, dass viele Geschichten über Jahrhunderte nicht aufgeschrieben wurden. Und jeder Geschichtenerzähler hat ein bisschen was geändert, so wie es ihm besser gefallen hat. Dasselbe tue ich auch. Es sind alte Geschichten – aber wir leben in einer neuen Zeit. So ist es manchmal auch nötig eine Geschichte neu zu erzählen. Wenn mir also eine Geschichte gefällt, die ich irgendwo gelesen oder gehört habe, so setzt ich mich zuhause an meinen Computer „ bearbeite“ sie. Oft dauert das einige Wochen, bis sie mir gefällt.

Dann setzte ich mich hin und suche die Musikstücke dazu aus. In letzter Zeit habe ich meine Stücke oft auch selbst erfunden ( komponiert ). Nachdem ich alles ganz oft gelesen und gespielt habe – und ich z.B. auch die Zeit gestoppt habe, damit meine Geschichten nicht zu lang oder zu kurz werden, bastele ich mir dann mein Heft zusammen, aus dem ich dann vorlesen werde.

Ich überlege mir, was ich alles dafür brauche, welches Kleid ich anziehen werde…... Zum Schluss entwerfe ein Plakat und schreibe Briefe an Kindergärten, Schulen, Behindertenheime etc. und gebe bekannt, dass mein neues Stück fertig ist.

14.) Wie lange übst Du am Tag?

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15.) Wie lange spielst Du schon Harfe?

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16.) Ist es schwer, Harfe spielen zu lernen?

Wie ich schon erzählt habe, habe ich mehrere Berufe, so gibt es Tage an denen ich 1-2 Stunden üben kann und dann gibt es wieder Tage, da komme ich nicht dazu.  Dann habe ich z.B. schon mehrere Stunden am Tag Gitarre gespielt und dann möchten sich meine Finger und meine Ohren auch gerne mal ausruhen. Ich spiele jetzt ungefähr seit 6 Jahren Harfe, aber ich spiele ja schon seit 39 Jahren alle möglichen Instrumente, so dass es für mich nicht so schwierig war noch ein Instrument zu lernen, wie für jemanden, der das erste Instrument spielt. Trotzdem habe ich in den Jahren unendlich viele Stunden geübt (am Anfang auch mal 4-5 Stunden pro Tag), um heute etwas vorspiele zu können.

17.) Welches ist Ihr Lieblingsinstrument?

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18.) Warum spielen Sie so gerne Harfe?

Mein Lieblingsinstrument ist schon immer die Harfe gewesen. Egal welches der vielen Instrumente ich in meinem Leben gespielt habe, ich habe immer davon geträumt eines Tages Harfe zu spielen. Es ist so, als gehöre sie zu mir. Es ist wunderbar sie im Arm zu halten. Ich liebe es mit den Fingern die Saiten zu zupfen – manchmal kraftvoll- manchmal zärtlich. Und dann fließen die Klänge durch mich hindurch und machen mich glücklich und heil.

19.) Wie alt bist Du?

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20.) Hast Du eigene Kinder?

Ich bin 44 Jahre alt und habe zwei Kinder. Einen Sohn namens Jonathan (11 Jahre alt) und eine Pflegetochter namens Melanie ( 17 Jahre alt). Sie hat allerdings nur ein paar Jahre bei uns gewohnt. Sie kommt uns aber immer wieder besuchen.

21) Kannst Du die Lieder auch auswendig spielen?

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22.) Haben Sie das Märchen auswendig gelernt?

Nein, ich habe das Märchen nicht auswendig gelernt, aber ich habe es ganz oft laut für mich gelesen und gespielt, dass ich sehr gut weiß, was in meinem Buch steht. Manche Musikstücke kann ich auswendig spielen. Die meisten aber spiele ich von den Noten ab. Das gibt mir mehr Sicherheit.

23.) Seit wann spielen Sie dieses Märchenstück schon vor?

„Prinz Iwan und die Harfe“ war das erste Märchenstück, das ich je in dieser Form gespielt habe. Das war vor 4 Jahren. Seitdem habe ich dieses Stück etwa fünf Mal gespielt.

24.) Spielen Sie auch andere Märchen vor?

Ja, ich habe inzwischen acht verschiedene Märchen in meinem Programm. Manche sind für Kindergartenkinder geeignet ( zum Mitspielen und Mittanzen ),manche für Schulkinder wie Euch und manche sind etwas länger, so dass sie eher für Erwachsene geeignet sind.

25.) Wie  sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen so ein Märchen vorzuspielen?

Das ist auch eine sehr schöne Frage, die ich gerne beantworten will: Ich bin darauf gekommen, da ich meinen Kindern so gerne vorgelesen habe und es auch heute noch tue. Ich habe es auch selbst geliebt damals von meiner Mama Geschichten vorgelesen zu bekommen. Und da ich Schauspiel und Musik studiert habe, dachte ich mir, dass es doch gut möglich ist auch für andere Menschen als für meine Familie etwas zu lesen. Das macht mir Freude und den anderen auch.

26.) War es aufregend in die Schule zu kommen?

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27.) Wie konntest Du Dich so gut konzentrieren?

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28.) Ist es schwer, gleichzeitig zu spielen und zu erzählen?

Es ist für mich immer aufregend eine Vorstellung zu haben. Und dann war da noch dieses Schneetreiben an dem Tag. Ich musste früh raus und durch die Dunkelheit und den Schnee zu einem Ort fahren, den ich gar nicht kannte. Und dann die Unsicherheit, ob ich auch rechtzeitig da sein würde. Ich wusste auch nicht, ob Euch meine Geschichte gefallen würde und wie ihr reagiert. Das alles ist schon aufregend! Ich habe die ganze Nacht davor nicht gut geschlafen.

Aber ihr habt so prima zugehört und ward so ein tolles Publikum, dass es mir leicht gefallen ist mich zu konzentrieren. Ich habe ein paar Tage zuvor bei einer Weihnachtsfeier mit ungefähr 100 Erwachsenen gespielt. Sie haben gleichzeitig Kaffee und Kuchen gegessen/getrunken. Dabei sind während meiner Vorstellung die Kellner immer wieder durch die Tischreihen gelaufen. Die Küchentüre stand auf und es drangen laute Geräusche und Unterhaltungen und Gelächter heraus. Die Leute im Saal, die mir zuhören wollten hat das sicher auch gestört und ich hatte große Probleme mich gut zu konzentrieren.

Das war mal eine Vorstellung, nach der ich nicht sehr glücklich nach Hause gefahren bin. Aber eigentlich ist es bei mir so wie bei Euch. Manchmal kann ich mich gut konzentrieren, egal wie es außen herum ist, manchmal krieg ich meine Gedanken einfach nicht auf die Reihe. Es ist für mich nicht schwierig zwischen Musikspielen und Erzählen hin und herzuspringen. Im Gegenteil. Da es so abwechslungsreich ist, kann ich mich sogar besser konzentrieren.

29.) Würden Sie das noch einmal vortragen?

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30.) Kannst Du uns das Lied noch einmal vorspielen?

Ich würde gerne wieder zu Euch kommen. Aber das habe ich nicht zu entscheiden. Da müsst Ihr mit Euren Lehrern sprechen. Vielleicht haben die ja noch viele andere schöne Sachen mit Euch vor.

Liebe Kinder!

Ich hoffe, ich habe alle Eure Fragen beantwortet! Ich wünsche Euch und Euren Familien  und natürlich auch Euren Lehren und allen, die an der Schule arbeiten ein wunderschönes Jahr 2010!

Alles Liebe und viele Grüße!

von Maria-Christine Kramer

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