Presseinformation

Herausgeber: Der Bürgermeister der Stadt Ahlen, Redaktion: Pressestelle Rathaus,

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"Fünf-Sterne-Schulmensa" in Ahlen

Ahlen.  Im "Gault Millau" oder "Michelin-Führer" für Schulmensen wäre die Ahlener Freiligrathschule jetzt prominent vertreten. Als eine von nur fünf Ganztagsschulen in Deutschland hat sie geschafft, das Audit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu bestehen. "Wir haben 98 Prozent aller Kriterien geschafft", ist Gabriele Stöver zu recht stolz auf das Erreichte. Und dazu hat sie allen Grund: Erst vor zwei Wochen stellte die Hochschule Niederrhein fest, dass rund neunzig Prozent der Schulen die Qualitätsstandards der DGE nicht erfüllen.

Ganz anders sieht das an der städtischen Grundschule aus. In den Bereichen Lebensmittelauswahl, Speisenplanung und -herstellung sowie Lebenswelt erfüllt ihr Gesamtangebot die Basisanforderungen der DGE, heißt es im jetzt verliehenen Zertifikat.

Sechzig Kinder und zehn Lehrer werden an fünf Tagen der Woche in der Küche der Offenen Ganztagsschule von einem kleinen Team versorgt. Die Arbeit beginnt in aller Frühe. "Schon morgens um 6 frage ich bei unserem Lieferanten nach, was er mir heute anbieten kann", freut sich Küchenleiterin Lilia Reichert über die enge Zusammenarbeit mit dem Rewe-Markt Meier. Eine Stunde später holt sie die frischen Waren ab, um spätestens gegen acht Uhr in der kleinen Schulküche am Röteringshof mit den Vorbereitungen zu beginnen.

Seit Beginn der Offenen Ganztagsschule vor acht Jahren gilt das Prinzip der Frischkostküche. "Damals wurden wir dafür belächelt, frisch zu kochen", kann sich die Schulleiterin noch gut an die Anfänge erinnern. Heute sehe man die Schule als Vorreiterin einer neuen Bewegung. Obst und Gemüse stehen an erster Stelle, aber auch Kartoffeln und Teigwaren müssen in einem ausgewogenen Verhältnis den Speiseplan bereichern. Unterstützt wird die gelernte Konditorin und Hauswirtschafterin Reichert dabei von den Kolleginnen Svetlana Root und Beate Rolko. Fertigprodukte oder Halbgares kommt ihnen nicht in die Küche, sagt die Küchenchefin. Nur frische und saisonale Produkte finden über die Kochtöpfe den Weg auf den Teller.

Und das alles zu einem ordentlichen Preis, wie Gabriele Stöver findet. "Ein Mittagessen kostet in unserer Schulmensa 2,30 Euro, dafür kann man kaum selber kochen", wundert sich die Schulleiterin nicht, dass die Nachfrage so hoch ist. Aber nicht nur die Schülerinnen und Schüler wissen, dass es in der Mensa "schmeckt wie bei Muttern". Vor jeder Konferenz, so Gabriele Stöver, gehen auch die Lehrerkollegen dort essen. "Danach ist die Stimmung viel besser."

Das begehrte Audit der DGE zu bekommen, hatte zunächst einen ganz praktischen Grund. "Ich wollte mich versichern, in der Küche alles richtig zu machen", hat Reichert hohe Ansprüche an sich und die Zubereitung der Speisen. "Quasi zuhause" sei sie auf den Internetseiten der DGE gewesen, um größtmögliche Sicherheit zu erlangen. Im Oktober folgte dann der Auditantrag. Umfangreiche Dokumentationen mussten geführt, und auch ein kritischer Besuch mit Interview des Audittesters überstanden werden. Dieser war restlos überzeugt von der Ahlener Mensa, in der Nachhaltigkeit mehr als nur ein Schlagwort ist. "Fisch aus gefährdeten Beständen oder Zuchten ist bei uns tabu", nimmt Lilia Reichert gerne die umfangreiche Arbeit auf sich, dieses anhand von Rechnungen zu dokumentieren. Auch die soziale Bedeutung des gemeinsamen Speisens kommt nicht zu kurz. "Tischkultur ist uns allen wichtig, darum sticht hier auch kein Kind dem anderen mit der Gabel ein Auge aus", lacht die engagierte Küchenleiterin.

Nicht nur das Mittagessen ist an der Freiligrathschule ausgezeichnet. Neben dem täglichen "Schulobst" bietet die Grundschule zum Selbstkostenpreis ein gesundes Frühstücksbuffet an. Und steht Lilia Reichert mal nicht am Herd, versucht sie mit kleinen Aktionen das Bewußtsein "ihrer" Schüler für gute Lebensmittel zu schärfen. "Ernährung muss man mit allen Sinnen erleben", lautet ihr Credo. So habe sie am schuleigenen "Tag der Verpflegung" Kräuter in kleinen Fläschchen abgefüllt, die von den Kindern mit der Nase zu erraten waren.

Bis zum Jahresende darf die Schule jetzt die Auszeichnung "Schule + Essen = Note 1" der DGE führen. Im zweiten Halbjahr beginnt dann das Verfahren der Rezertifizierung. Die Aktion ist Teil des Nationalen Aktionsplans „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“. Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Nur das Beste kommt ihnen in die Küche und auf den Teller: Küchenchefin Lilia Reichert (l.) und Schulleiterin Gabriele Stöver

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Den Kindern schmeckts jeden Tag