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Ganz
anders sieht das an der städtischen Grundschule aus. In den
Bereichen Lebensmittelauswahl, Speisenplanung und -herstellung sowie
Lebenswelt erfüllt ihr Gesamtangebot die Basisanforderungen
der DGE, heißt es im jetzt verliehenen Zertifikat.
Sechzig
Kinder und zehn Lehrer werden an fünf Tagen der Woche in der Küche
der Offenen Ganztagsschule von einem kleinen Team versorgt. Die
Arbeit beginnt in aller Frühe. "Schon morgens um 6 frage ich
bei unserem Lieferanten nach, was er mir heute anbieten
kann", freut sich Küchenleiterin Lilia Reichert über die enge
Zusammenarbeit mit dem Rewe-Markt Meier. Eine Stunde später holt
sie die frischen Waren ab, um spätestens gegen acht Uhr in der
kleinen Schulküche am Röteringshof mit den Vorbereitungen zu
beginnen.
Seit
Beginn der Offenen Ganztagsschule vor acht Jahren gilt das Prinzip
der Frischkostküche. "Damals wurden wir dafür belächelt,
frisch zu kochen", kann sich die Schulleiterin noch gut an die
Anfänge erinnern. Heute sehe man die Schule als Vorreiterin einer
neuen Bewegung. Obst und Gemüse stehen an erster Stelle, aber
auch Kartoffeln und Teigwaren müssen in einem ausgewogenen Verhältnis
den Speiseplan bereichern. Unterstützt wird die gelernte Konditorin
und Hauswirtschafterin Reichert dabei von den Kolleginnen
Svetlana Root und Beate Rolko. Fertigprodukte oder Halbgares kommt
ihnen nicht in die Küche, sagt die Küchenchefin. Nur frische und
saisonale Produkte finden über die Kochtöpfe den Weg auf den
Teller.
Und
das alles zu einem ordentlichen Preis, wie Gabriele Stöver findet.
"Ein Mittagessen kostet in unserer Schulmensa 2,30 Euro, dafür kann
man kaum selber kochen", wundert sich die Schulleiterin nicht,
dass die Nachfrage so hoch ist. Aber nicht nur die Schülerinnen und
Schüler wissen, dass es in der Mensa "schmeckt wie bei
Muttern". Vor jeder Konferenz, so Gabriele Stöver, gehen auch
die Lehrerkollegen dort essen. "Danach ist die Stimmung
viel besser."
Das
begehrte Audit der DGE zu bekommen, hatte zunächst einen ganz
praktischen Grund. "Ich wollte mich versichern, in der Küche
alles richtig zu machen", hat Reichert hohe Ansprüche an
sich und die Zubereitung der Speisen. "Quasi zuhause" sei
sie auf den Internetseiten der DGE gewesen, um größtmögliche
Sicherheit zu erlangen. Im Oktober folgte dann der Auditantrag.
Umfangreiche Dokumentationen mussten geführt, und auch ein
kritischer Besuch mit Interview des Audittesters überstanden
werden. Dieser war restlos überzeugt von der Ahlener Mensa, in
der Nachhaltigkeit mehr als nur ein Schlagwort ist. "Fisch aus
gefährdeten Beständen oder Zuchten ist bei uns tabu", nimmt
Lilia Reichert gerne die umfangreiche Arbeit auf sich, dieses anhand
von Rechnungen zu dokumentieren. Auch die soziale Bedeutung des
gemeinsamen Speisens kommt nicht zu kurz. "Tischkultur ist
uns allen wichtig, darum sticht hier auch kein Kind dem anderen
mit der Gabel ein Auge aus", lacht die engagierte Küchenleiterin.
Nicht
nur das Mittagessen ist an der Freiligrathschule ausgezeichnet. Neben
dem täglichen "Schulobst" bietet die Grundschule zum
Selbstkostenpreis ein gesundes Frühstücksbuffet an. Und steht
Lilia Reichert mal nicht am Herd, versucht sie mit kleinen Aktionen
das Bewußtsein "ihrer" Schüler für gute Lebensmittel zu
schärfen. "Ernährung muss man mit allen Sinnen erleben",
lautet ihr Credo. So habe sie am schuleigenen "Tag der
Verpflegung" Kräuter in kleinen Fläschchen abgefüllt, die
von den Kindern mit der Nase zu erraten waren.
Bis
zum Jahresende darf die Schule jetzt die Auszeichnung "Schule +
Essen = Note 1" der DGE führen. Im zweiten Halbjahr beginnt
dann das Verfahren der Rezertifizierung. Die Aktion ist Teil
des Nationalen Aktionsplans „IN FORM – Deutschlands Initiative für
gesunde Ernährung und mehr Bewegung“. Gefördert durch das
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen
Bundestages. |